Prävention
Gesundheits-Prävention ist wichtig! Dies gilt insbesondere für Menschen ab 40+, wenn der Körper durch Lebensumstände und/oder das nachlassende Immun- und Hormonsystem sich nicht mehr so gut regenerieren kann.
Nach der Definition des Bundesministerium für Gesundheit (www.die-praevention.de) bedeutet „gesundheitliche Prävention die Vorbeugung von Gesundheitsschäden und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Dazu gehört auch, die Verschlimmerung einer Krankheit zu verhindern oder einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen.“
Wichtig ist das Aktive vorbeugen; denn: „Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben. Durch regelmäßige Bewegung, richtige Ernährung und ausreichende Erholung können wir möglichen Erkrankungen aktiv vorbeugen. In der Fachsprache nennt man das "primäre Prävention". Denn wer sich mehr bewegt, gesünder isst und Übergewicht vorbeugt, kann chronische Krankheiten wie Rückenschmerzen oder Diabetes oft vermeiden.
Das führt sicher auch zu weniger Gesundheitskosten: „Langfristig führt erfolgreiche Prävention nicht nur dazu, dass die Menschen ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen können, sondern auch zu einer Senkung der Gesundheitskosten. Dies kommt allen Versicherten zugute und leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme.“
Trotz der vielfältigen Initiativen zur gesundheitlichen Prävention nimmt der Großteil unserer Bevölkerung diese gut gemeinten Ratschläge nicht zur Kenntnis oder setzt sie nicht um. Resultat ist die erschreckend schnell zunehmende Anzahl von „Zivilisationskrankheiten“ oder Volkskrankheiten mit erheblichen Beschwerden für die Betroffenen und eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem.
Herausforderung Volkskrankheiten
- In Deutschland leiden rund 18 Mio. Menschen an Volkskrankheiten wie Diabetes, Bronchialasthma oder Herzgefäßerkrankungen. Sie stehen im Fokus der Forschung.
- Todesursache Nr. 1 sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daran starben 394.000 Menschen (im Jahr 2002), davon 64.000 an Herzinfarkt.
- Bei fast 400.000 Menschen pro Jahr wird Krebs diagnostiziert.
- 5 Mio. Menschen leiden an Diabetes. Nach Auffassung von Experten wird sich Altersdiabetes in den kommenden 10 Jahren zur häufigsten Todesursache entwickeln, gefolgt von Herzmuskelschwäche und Schlaganfall.
- Chronische Schmerzen, Bluthochdruck, Rheuma, Depression, Demenz und Osteoporose zählen ebenfalls zu den großen Volkskrankheiten.
- Jeder zweite über 50-Jährige hat eine oder mehrere chronische Krankheiten, die seine Lebensqualität beeinträchtigen und die Lebenszeit verkürzen.
- Der Anteil schwer übergewichtiger Menschen in Deutschland wird in wie folgt eingeschätzt: Männer: ca. 18% mit BMI > 30 (aber bereits 50% übergewichtig mit BMI > 25); Frauen: ca. 20% mit BMI > 30 (aber bereits 35% übergewichtig mit BMI > 25).
- Hierdurch entstehen riesige Kosten. So verursachen rund 20 % der Krankenversicherten 80 % der Ausgaben. Prävention gilt als das beste Gegenmittel.
Die Hausärzte können durch ihre Funktion als „klassischer Gesundheitsberater“ ihre Patienten darin unterstützen, gesundheitliche Prävention zu betreiben. Nur in der Praxis scheint dieses nicht mehr zu funktionieren. Die Gründe hierfür:
- Der Hausarzt hat nach den derzeitigen kassenärztlichen Vergütungsmodellen keine Zeit bzw. wird dafür nicht ausreichend vergütet, eine ordentliche „Gesundheitsberatung“ mit Hinterfragung des Lebensstils und Einwirkung auf Verhaltensänderung (Ernährung / Bewegung / mentale Einstellung) durchzuführen.
- Viele Patienten haben die Einstellung, eine Spritze oder die Einnahme von Medikamenten reiche aus, um sie wieder gesund zu machen. Eine Änderung ihrer (ungesunden) Lebensstils sei nicht notwendig.
- Viele Patienten haben bislang nicht verstanden, dass sich die „Sünden“ und „Versäumnisse“ ihres aktuellen Lebensstils erst im Alter (meist ab Mitte 40 beginnend) wirklich bemerkbar machen.
- Vom Gesetzgeber war bislang gewollt, dass „Gesundheit“ ein öffentliches Gut ist, für deren Kosten die Krankenkassen und Krankenversicherung aufkommen und der Bürger hierfür seine Beiträge zur Krankenkasse bzw. Krankenversicherung zahlt. Leider hat dieses – wie bei „öffentlichen Gütern“ volkswirtschaftlich gesehen üblich – dazu geführt, dass wenige Bürger ein Verständnis und ein „Preisgefühl“ entwickelt haben, was „Gesundheit“ wirklich kostet. Zwar sind bereits erste (kleine) Korrekturen erfolgt – aber noch immer ist die „Einstellung“ dominierend, dass die Krankenkasse bzw. die Krankenversicherung für diese Kosten aufzukommen haben. Nur: Unser aktuelles Gesundheitssystem investiert angesichts des enormen Kostendrucks kaum in Gesundheits-Prävention, sondern übernimmt Kosten erst, wenn jemand wirklich krank ist.
- Ärzte benötigen „Checklisten“ (Anamnesebögen, die von Patienten im Vorfeld auszufüllen sind), um zeitlich effizient ihre Patienten besser verstehen zu können und darüber die richtigen Maßnahmen zur Verhaltensänderung zu initiieren.
- Zudem benötigen Patienten und Ärzte mehr Informationen/Aufklärung über „chronische Entzündungserkrankungen“ und die sehr häufig anzutreffende „Übersäuerung“ von Patienten.
Mit unserem „Gesundheits-Portal“ geben wir für die Information und Aufklärung wichtige Hinweise. Wir suchen auch den Kontakt zu „Selbsthilfegruppen“ für bestimmte Krankheitsbilder, bei denen chronische Entzündungen erhebliche Beschwerden verursachen und die bereits über recht einfache Maßnahmen (parallel zu notwendigen schulmedizinischen Therapien und Medikamenten) deutlich gelindert werden können.
In unseren Schulungsveranstaltungen klären wir Ärzte über notwendige „Interventionsmaßnahmen“ (Gesundheits-Coaching) auf und geben Leitlinien zur Umsetzung. Zugleich findet hier ein wertvoller Erfahrungsaustausch unter den Ärzten statt.
