Diagnostik

Chronische Entzündungen treten gerade mit zunehmendem Alter häufiger auf. Gerne werden die Krankheitsbilder, die dahinter stehen können, auch den „Zivilisationskrankheiten“ zugeordnet. Die Ursachen für diese chronischen Entzündungen können vielfältig sein und erfordern seitens des untersuchenden Arztes gute Kenntnisse in der Differentialdiagnostik sowie der Funktionsweise des Immunsystems.

Bei chronischen Entzündungen ist meistens bereits ein lang andauernde „Übersäuerung“ im Körper und eine Überlastung der wichtigsten Entgiftungs-Organe (Leber / Niere / Darm) festzustellen. Das Immunsystem und die Immunabwehr sind i.d.R. gravierend geschwächt und teilweise sogar gestört (Autoimmunreaktionen). Dieser Zustand kann durch unsere „moderne“ Lebensweise verursacht werden – z.B. durch eine ungesunde Ernährung, Stress und/oder Umweltfaktoren; gewisse intelligente Erreger – wie z.B. die Spiralbakterie „Borrelie“ –  forcieren diese Entzündungen im Rahmen eines komplexen Wechselspiels mit der Immunabwehr. Die Betroffenen klagen neben den Schmerzen und Beschwerden der Entzündungsreaktionen auch über einen deutlichen Leistungsabfall, Müdigkeit und Antriebsarmut.

Hinweis: Die Herausforderung für den Arzt bei der Erforschung der Ursachen wesentlicher chronischer Entzündungen besteht in der Differentialdiagnostik. Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht, dass es viele Krankheitsbilder gibt, bei denen chronische Entzündungen zu den Beschwerden und Schmerzen führen. Die Praxis zeigt, dass oft mehrere Faktoren sogar zusammen wirken. Vielen Ärzten ist bislang noch nicht bewusst, wie oft doch eine Infektion mit einem Erreger vorliegt und dass hier spezielle labortechnische Untersuchungen ratsam sind.

Ergänzende Informationen zu chronischen Infektionen finden Sie hier: Wie chronische Entzündungen entstehen? und Ursachen für chronische Entzündungen

Entscheidend für die Diagnostik (ärztliche Untersuchung) sind:

  1. Eine umfangreiche Anamnese und körperlichen Untersuchung
    • Symptome und Beschwerden erfassen (am effektivsten über einen zuvor vom Patienten auszufüllenden umfangreichen Anamnesebogen)
    • Differentialdiagnostik (siehe nachstehende Tabelle)
    • Abklären möglicher Begleiterkrankungen
    • Ursachen erkennen
    • Beurteilung der Leistungsfähigkeit und individuellen Fitness
    • Historie und Lebenssituation verstehen
  2. Diverse Laboruntersuchungen durchführen
    • Standard (Großes Blutbild, etc.)
    • Immunstatus
    • Evtl. Lebensmittel Allergien und Unverträglichkeiten
    • Spezielle Tests (bei konkreten Anhaltspunkten – evtl. auch auf bestimmte Erreger)

Für interessierte Ärzte bieten wir entsprechende Schulungen zu der Herausforderung „Differentialdiagnostik“ an. 


Tabelle: Krankheitsbilder, bei denen chronsiche Entzündungen eine wichtige Rolle spielen
Oft liegen mehrere Ursachen parallel und/oder überlagegernd vor (z.B. eine bislang nicht erkannte Infektion). Deshalb ist eine fundierte Differentialdiagnostik so wichtig.

Fibromyalgie

chronische Schmerzkrankheit mit Symptomen des Gelenk- bzw. Bewegungsapparates: Schmerzen in allen Körperbereichen, insbesondere bei Belastung, allgemeine Schwäche, neurologische Störungen, Konzentrationsstörung, Schlafstörung, chronische Erschöpfung (Fatigue Syndrom), tief greifende Funktionsstörungen, erheblich verringerte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit können Symptome sein. Körperliche, geistige, aber auch emotionale Belastungen erfordern unnatürlich lange Erholungsphasen. Während für gewisse Fibromyalgie-Patienten vor allem die Schmerzen im Vordergrund stehen, klagen andere Patienten hauptsächlich über Müdigkeit, Verspannungen und Konzentrationsstörungen

Alzheimer Krankheit

Atemwegsbeschwerden

Asthma, chronische Bronchitis, Emphysem

Borreliose und mögliche Co-Infektionen

Babesien, Bartonellen, Ehrlichien, Chlamydien, Rickettsien/Coxiellen, Mycoplasmen und bestimmte Viren: EBV, CMV, HSV

Blutzuckerprobleme

Darmerkrankungen

entzündliche: Colitis ulcerosa, Crohns Erkrankung

Fettleibigkeit

(deutliches Übergewicht)

Gicht

Herzkrankheiten

Kandidose oder Soor

eine Pilzinfektion – systemische Hefe-Überwucherung

Kopfschmerzen

einschließlich Migräne

Krebs

Lebensmittelunverträglichkeiten
und mögliche Ess-Störungen

Leber Erkrankungen

Lupus

Autoimmunerkrankung – Schmetterlingsgeflecht im Gesichtsbereich

Multiple Sklerose

Nieren-Erkrankungen

Parkinson

Rheuma

(Rheumatoide Arthridis) und eventuell Osteoarthritis

Zystische Fibrose

Mukoviszidose, eine erbliche Erkrankung - nicht heilbar

Hinweis: Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Rahmen einer Differenzialdiagnostik ist auf Basis der Klinik (Symptomatik) im Detail jeweils abzuklären, welche Krankheitsbilder und Ursachen in Betracht kommen. Im Rahmen der notwendigen Anamnese ist auch die Krankheitshistorie mit abzuprüfen.