Entsäuern & Entgiften

Die Ärzte nennen es notwendige Milieu-Veränderung des Körpers oder Milieu-Korrekturen, worunter sowohl das Entsäuern & Entgiften sowie eine ganze Reihe weitere Maßnahmen zu verstehen sind.

Wichtig zum Verständnis: Chronische Entzündungsprozesse und „Übersäuerung“ hängen eng miteinander zusammen. Maßgeblich trägt hierzu die Schädigung des Bindegewebes durch säurebedingte Ablagerungen bei. Wenn Säuren nicht neutralisiert und ausgeschieden werden können, werden diese in unserem Bindegewebe in Form von sauren Schlacken zwischen- bzw. wenn sie nicht wieder abtransportiert werden, sogar endgelagert. Spürbare Auswirkungen sind Entzug von Mineralien aus den Knochen, Nägeln und Haaren, zu viel Magensäure mit Magen-Darm-Schleimhautreizung und Verstopfungen sowie Nerven-, Muskel und Gelenkschmerzen. Ist das Bindegewebe verschlackt und übersäuert, so verliert es auch die Fähigkeit, als „Kommunikationsmedium“ für die Organe, Zellen und das Gewebe zu sorgen – die „Leitung“ und damit die Kommunikation ist unterbrochen bzw. schwer gestört. Auch das Immunsystem ist betroffen, da die Immunzellen nicht mehr an alle Zielorte gelangen können: Allergien und rheumatische Erkrankungen können sich entwickeln. Durch die entzündliche Reaktionslage werden zudem freie Radikale gebildet, welche die Strukturen des Bindegewebes zusätzlich schädigen. Außerdem werden bei Entzündungen weitere saure Substanzen gebildet. Die Säuren im Bindegewebe tun weh! Ein übersäuertes Gewebe fühlt sich deshalb schmerzhaft an, weil die Säuren direkt mit den „Schmerzmeldern“ des Körpers reagieren.

Die „Übersäuerung“ des Körpers verursacht eine deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit der Entgiftungsorgane – primär der Leber, der Niere und des Darms. Ohne eine grundlegende Entsäuerung und Entgiftung des Körpers mit dem Ziel der Stärkung der Entgiftungsorgane und damit des Immunsystems und der Immunabwehr werden sich die chronischen Entzündungen mit breitem Schmerz- und Beschwerdebild – unabhängig von der Bekämpfung möglicher Erreger – nicht zurück bilden können.

Der Begriff Übersäuerung wird vielfach zunächst mit der Umwelt in Verbindung gebracht. Es wird vom Waldsterben durch sauren Regen oder von säurebelasteten Böden gesprochen. Die Übersäuerung des menschlichen Organismus ist in unserer Gesellschaft erst in den letzten Jahren in den Vordergrund getreten. Dabei ist das Thema so alt wie der Mensch selbst. Alte Schriften belegen, dass vor allem in Tibet die Wirkung von übersäuernden Nahrungsmitteln bekannt war. Durch die zunehmende Übersäuerung werden die heutigen so genannten Zivilisationskrankheiten unterstützt.

Das Milieu macht die Krankheit, nicht die Krankheit das Milieu

will sagen, dass bei schlechtem Körpermilieu, schlechten Körpersäften ein Nährboden für Keime geschaffen wird. Deshalb ist die Grundlage für jede dauerhafte Borreliosetherapie – genauso wie bei jedem anderen Krankheitsbild mit chronischen Entzündungen – die Schaffung eines gesunden Körpermilieus. Borrelien finden wie viele andere Bakterien im sauren Milieu ideale Lebensbedingungen. Ziel ist es, das notwendige gesunde Körpermilieu mit einem ph-Wert zwischen 6,6 und 7,3 wieder zu erreichen.

Der Körper besteht gewichtsabhängig aus bis zu 100 Billionen Zellen besteht (was für eine Menge!). Jeder dieser Zellen benötigt zur Energiegewinnung Sauerstoff und Nährstoffe. Bei der Umwandlung der Nährstoffe spielen sich komplexe (biochemische) Verbrennungsprozesse ab. Als Stoffwechselendprodukte entstehen auch Säuren (u.a. Milchsäure), die von einem gesunden Organismus vollständig entsorgt werden. Dies gilt aber nur, sofern gewisse Rahmenbedingungen und hier vor allem das Säure-Basen-Gleichgewicht nicht gestört ist. Bei Störungen dieses Gleichgewichts laufen Verbrennungsprozesse nur unvollständig ab und es fallen schädliche Nebenprodukte an. Können diese vom Organismus nicht mehr schnell genug abgebaut werden, bilden sich daraus saure Schlackenstoffe (z.B. Harnsäure), die sich anhäufen, in Gelenken und Geweben eingelagert werden und den Organismus Schritt um Schritt weiter übersäuern – mit der Folge von chronischen Entzündungen an diesen Lagerorten.

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Textbeitrag von Dr. med. Eva Dimmendaal, Ärztin, Nazturheilverfahren (Augsburg, 08. Mai 2009)